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Ist mein Kind schulfähig?

Gerade war dein Kind noch klein und verbrachte den ganzen Tag mit Spielen, sei es nun daheim oder im Kindergarten. Und plötzlich ruft der Ernst des Lebens: Die Schule. Wenn das Kind um die 5 oder 6 Jahre alt ist und der Schulbesuch in greifbare Nähe rückt, fragst du dich als Elternteil zurecht, ob dein Kind denn überhaupt schon bereit dafür ist.

Ist es dem Leistungsdruck gewachsen? Was geschieht, wenn es gemobbt wird? Ist die Lehrerin vertrauenswürdig? Oder solltest du deinen Sohn oder deine Tochter nicht noch ein wenig vom Schulbesuch zurückstellen?

Die Frage nach der Schulfähigkeit oder auch Schulreife wird dann schnell zum Streitthema. Doch was bedeutet „Schulfähigkeit“ eigentlich und anhand welcher Kriterien wird sie definiert? Wie kann Schulfähigkeit festgestellt werden und wie kannst du deinen Sprössling auf dem Weg in die Schulpflicht begleiten? Und zu guter Letzt: Was tun, wenn das Kind noch nicht schulfähig ist oder du lieber noch ein Jahr warten möchtest?

Wie definiert sich Schulfähigkeit?

Die Schulfähigkeit eines Kindes ist nicht einheitlich definiert. Jedoch sind einige Kriterien vorhanden, deren Ausprägung darüber Auskunft gibt, ob dein Kind bereit für den Schulbesuch ist oder nicht.

Diese wären die folgenden:
  • Die körperliche Entwicklung
  • Die emotionale Entwicklung
  • Die geistige Entwicklung
  • Die soziale Entwicklung
  • Die Lernbereitschaft

Zunächst ist hier die körperliche Entwicklung zu nennen. Dein Kind sollte körperlich dazu in der Lage sein, die Herausforderungen des Schulalltags zu bewältigen. Hierzu zählen einerseits so profane Aspekte wie das selbstständige Ankleiden oder das Tragen des Ranzen. Aber dein Kind sollte auch in der Lage sein, einen ganzen Vormittag voll Unterricht mit Ausdauer bewältigen zu können. Zudem sollte dein Kind über die notwendige Grob- und Feinmotorik verfügen. Das bedeutet, dass es in seinem Alter angemessener Weise gehen und laufen kann, sowie in der Lage ist, einen Stift zielführend zu halten.

Auch die emotionale Entwicklung des Kindes sollte gegeben sein. Dies zeigt sich daran, wie das Kind mit Herausforderungen Fehlschlägen umgeht. Wird es schnell wütend und gibt es auf? Oder zeigt dein Kind Durchaltevermögen?

Die geistige Entwicklung stellt einen weiteren wichtigen Faktor dar. Hier ist von Bedeutung, wie es um das Gedächtnis deines Kindes und seine Ausdrucksweise bestellt ist. Es sollte grundlegende Zusammenhänge erkennen und sich in der Unterrichtssprache problemlos verständigen können.

Auch die soziale Entwicklung eines Kindes muss berücksichtigt werden. Wie findet sich das Kind in einer Gruppe zurecht, wie ist es um seine Kontaktfreudigkeit bestellt? Wie verhält es sich bei Konflikten? Und hat es Mühe, sich an Regeln zu halten oder fällt ihm dieser Aspekt leicht? Kann es Kompromisse schließen? Die Antworten auf diese Fragen zeigen, ob ein Kind im Bereich seiner sozialen Entwicklung in der Lage ist, mit den Herausforderungen des Schulalltags umzugehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lernbereitschaft des Kindes, denn das vordringliche Ziel der Schule ist die Erweiterung seiner Kompetenzen in diversen Bereichen. Möchte ein Kind nichts neues lernen oder zeichnet es sich durch mangelnde Neugier aus, könnte es mit den Anforderungen des Unterrichts nur sehr schwer zurechtkommen.

All diese Aspekte geben einen Hinweis auf die Schulfähigkeit des Kindes. Jedoch sind sie nicht als absolute Kriterien zu verstehen. Beispielsweise können Kinder mit besonderen Bedürfnissen Schwierigkeiten in der Motorik haben oder Probleme mit der deutschen Sprache aufweisen. Dies allein sind jedoch keine Hinweise auf mangelnde Schulfähigkeit. Im Einzelfall können die Gespräche mit den Betreuern im Kindergarten weiteren Aufschluss geben. Zudem gibt es diverse Verfahren, die Schulfähigkeit deines Kindes festzustellen. Diese sollen im Folgenden kurz angesprochen werden.

gute Motorik
Auch die Motorik deines Kindes wird bei einem Test der Schulreife geprüft.

Wie wird Schulfähigkeit festgestellt?

Oft erhalten Eltern, deren Kind im Kindergarten ist, eine Einladung zu einem Test der Schulreife. Diese Tests sind nicht verbindlich vorgeschrieben, können aber als gute Indikatoren dienen, da sie oben genannte Kriterien prüfen. So werden Kinder beispielsweise gebeten, einfache Figuren wie ein Haus oder ihre Familie zu zeichnen. Hierdurch kann festgestellt werden, ob sie einen Stift richtig halten können und Anweisungen Folge leisten können. Auch Konzentrationsübunngen oder kleinere sportliche Aufgaben können Bestandteil der genannten Tests sein. Dabei sei jedoch erneut darauf hingewiesen, dass ein derartiger Test keinesfalls die absolute Feststellung der Schulreife ist, sondern eher als Hinweis zu verstehen ist. Was ist aber nun zu tun, wenn dein Kind noch keine Schulreife aufweist? Wie kannst du es zielführend unterstützen?

Wie können Eltern ihre Kinder auf dem Weg zur Schulreife unterstützen?

Dein Kind ist logischerweise keine programmierbare Maschine, die zu einem bestimmten Zeitpunkt über festgelegte Kompetenzen verfügt. Aber du kannst im Hinblick auf die genannten Kriterien für Schulfähigkeit dein Kind zumindest in einzelnen Belangen unterstützen. Hier sollten genau die Aspekte geübt werden, in denen dein Kind noch Hilfe braucht. Sportgruppen beispielsweise verbessern die Motorik deines Kindes und helfen ihm zeitgleich in der Entwicklung seiner sozialen Fähigkeiten entschieden weiter. Gemeinsame Malstunden oder Brettspiele fördern hingegen die Feinmotorik. Und das Vorlesen oder Hörspiele fördern die Fähigkeit zur Konzentration.

Hilfe von Experten

Stellen sich in diversen Bereichen noch größere Defizite heraus, kann es sinnvoll sein, Experten aufzusuchen. Logopäden fördern beispielsweise die Sprachentwicklung, während Ergotherapeuten die Motorik deines Kindes verbessern können. Diese Unterstützung kann gerade bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen und Einschränkungen hilfreich sein und sollte auch nach dem Schulstart weitergeführt werden. Doch was tun, wenn das Kind nicht schulfähig ist? Gibt es Alternativen zum Schulstart?

Welche Alternativen zum Schulbeginn bestehen?

Ist ein Kind noch nicht schulfähig, ist dies kein Makel. Kinder sollten dann auf keinen Fall zum Schulbesuch gezwungen werden, da dies oft genau das Gegenteil vom erwünschten Ziel bewirkt. Statt Fortschritte in der Entwicklung scheitern zu früh eingeschulte Kinder oft. Diese negativen Erfahrungen in den ersten Schuljahren können für den weiteren Bildungsweg gravierende Folgen haben und deinem Kind das Lernen auf Dauer verleiden. Daher ist es besser, dein Kind unter Umständen noch ein Jahr länger im Kindergarten zu belassen. Durch zusätzlich Angebote wie eine Vorschule oder andere Kurse kann es während dieses Jahres in seiner Kompetenzentwicklung unterstützt werden, sodass es im Folgejahr ohne Bedenken eingeschult werden kann. Eine spätere Einschulung ist zudem nicht unbedingt von Nachteil, da Studien zeigten, dass zu früh eingeschulte Kinder öfter sitzen bleiben. So brauchen sie im Schnitt mehr Jahre für den Schulbesuch als ihre später eingeschulten Mitschüler.

Schulfähigkeit – Ein Fazit

Es kann keine pauschale Schulfähigkeit oder Schulunfähigkeit anhand eines Katalogs von Merkmalen festgestellt werden. Aber die genannten Kompetenzen in verschiedenen Bereichen können als Indikatoren dienen, um festzustellen, ob dein Kind den Herausforderungen des Schulalltags gewachsen ist. Sind vermeintliche Defizite auf wenige Aspekte begrenzt kannst du als Elternteil frühzeitig unterstützend eingreifen und die Entwicklung des Kindes fördern. Unter Umständen ist professionelle Hilfe ratsam. Aber auch eine fehlende „Schulfähigkeit“ ist kein Drama. Oft genügt es, dein Kind einfach ein Jahr später einzuschulen, wenn es sich um einen sogenannten „Spätzünder“ handelt. Lässt du ihm ein wenig mehr Zeit, um seine persönliche Entwicklung in seinem eigenen Tempo fortzuführen, überwiegen die Vorteile eindeutig die möglichen negativen Aspekte der Zurückstellung vom Schulbesuch.

Der grosse Schulfähigkeitstest

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: noblige / 123RF Lizenzfreie Bilder
Motorik bei Kindern – Urheber: oksun70 / 123RF Lizenzfreie Bilder

About Peggy

Mein Name ist Peggy und ich bin Mutter eines Sohnes. Gerne freue ich mich über einen Erfahrungsaustausch mit anderen Mamas über fast alle Themen rund um Baby und Kind.

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